Einleitung
HPLC sagt euch, wie rein ein Peptid ist. ESI-MS sagt euch, welches Peptid es ist. Beide Methoden sind komplementär, und nur ihre Kombination liefert eine vollständige Charakterisierung.
Dieser Beitrag erklärt das ESI-MS-Prinzip, wie wir es zur Identitätsbestätigung nutzen und welche Stolperfallen bei der Interpretation zu beachten sind.
Prinzip: Ionisation per Elektrospray
Bei der Electrospray Ionization wird die Peptidlösung durch eine feine Kapillare in ein elektrisches Feld gesprüht. Die entstehenden Tröpfchen verdampfen, das Peptid bleibt als geladenes Ion zurück und wird ins Massenspektrometer geleitet.
Wichtig zu wissen:
- Multipel geladene Ionen sind die Norm bei Peptiden, typisch
[M+2H]²⁺oder[M+3H]³⁺. - Die gemessenen m/z-Werte müssen zurück zur monoisotopischen Masse umgerechnet werden.
- Adduct-Bildung mit Na⁺, K⁺ oder NH₄⁺ ist häufig und darf nicht mit echten Verunreinigungen verwechselt werden.
Massenberechnung in der Praxis
Beispiel: Tirzepatide hat eine theoretische monoisotopische Masse von 4811,52 Da. Im ESI-MS erscheint typisch: