Einleitung
GLP-1-Rezeptor-Agonisten sind eine der meistgesuchten Wirkstoffklassen in der aktuellen Forschungspeptid-Landschaft. Drei Substanzen dominieren: Semaglutide, Tirzepatide und der jüngste Vertreter Retatrutide. Sie wirken über überlappende, aber nicht identische Mechanismen, was sie als Forschungswerkzeuge sehr unterschiedlich macht.
Dieser Beitrag liefert einen Überblick über strukturelle Unterschiede, Rezeptor-Selektivität und die jeweils relevante klinische und präklinische Datenlage. Bewusst keine Anwendungsempfehlungen, nur In-vitro-Charakterisierung.
[!NOTE] Alle drei Substanzen sind in unserem Sortiment ausschließlich als Forschungspeptide für In-vitro-Studien verfügbar. Wir geben keine therapeutischen Empfehlungen.
Semaglutide als GLP-1-Solist
Mechanismus: selektiver GLP-1-Rezeptor-Agonist, mit C18-Fettdisäure am Lysin-Rest acyliert. Die Modifikation bewirkt starke Albuminbindung, schützt vor DPP-IV-Abbau und ergibt in der publizierten Pharmakokinetik eine Plasmahalbwertszeit von rund sieben Tagen. Strukturell ein GLP-1(7-37)-Analog mit modifiziertem Rückgrat.